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Das Versprechen der „Sicheren Stadt“

Akteure, Bil­der und Kul­tu­ren in der Sicher­heits­pro­duk­tion
Abschluss­kon­fe­renz des Pro­jekts DynASS am 12. und 13. April 2013 in Berlin

Kurz­in­for­ma­tio­nen zur ver­gan­ge­nen Tagung

Auf der Kon­fe­renz wur­den die For­schungs­er­geb­nisse von DynASS vor­ge­stellt und reflek­tiert, vor allem aber mit wis­sen­schaft­li­chen Erkennt­nis­sen ande­rer For­schungs­pro­jekte gespie­gelt und ergänzt. Aus­tausch, Ver­net­zung und der Aus­blick auf zukünf­tige The­men­stel­lun­gen der For­schung im Kon­text von Sicher­heit und Stadt­ent­wick­lung waren damit wesent­li­che Anlie­gen der Konferenz.

Die Tagungs­mappe der Ver­an­stal­tung mit den Teilnehmer- sowie den Referenten- und Vor­trags­an­ga­ben kön­nen Sie hier downloaden.

Tagungs­mappe der Ver­an­stal­tung
(Teil­neh­mer, Referenten- und Vortragsangaben)

An den zwei Kon­fe­renz­ta­gen fan­den sechs the­ma­ti­sche Panels mit jeweils vier Bei­trä­gen statt. Am Abend des 12. April hielt Ste­phen Gra­ham einen Vor­trag mit dem Titel  „Cities and the poli­tics of security“.

Tagung DynASS

 

Impres­sio­nen

Einige pho­to­gra­phi­sche Impres­sio­nen zur Tagung kön­nen Sie hier entnehmen.

Inhalt und Ziel der Konferenz

Abso­lute Sicher­heit ist ein unhalt­ba­res Ver­spre­chen.
Aber wie sicher kön­nen Städte über­haupt sein?

Die Bewer­tung des erreich­ten oder ange­streb­ten Gra­des an Sicher­heit ist abhän­gig von dem jewei­li­gen Stand­punkt; die Ein­schät­zung von Orten oder deren Ver­än­de­rung kann weit diver­gie­ren. Wes­sen Bewer­tung wird aber als hand­lungs­lei­tend akzep­tiert – die der pro­fes­sio­nel­len Akteure oder die der Anwoh­ner? Sollte es Ziel bzw. Ver­pflich­tung sein, immer das maxi­mal mög­li­che Maß an Sicher­heit anzu­stre­ben? Wie wer­den die Nach­teile eines sol­chen „Dik­tats der Sicher­heit“ lokal dis­ku­tiert? Wie weit ent­fernt sind wir von einer „Kul­tur der Unsi­cher­heit“, in der ein ver­tret­ba­res Unsi­cher­heits­ni­veau akzep­tiert wird – und wer ent­schei­det wie­derum, was „ver­tret­bar“ ist? »

Konferenzprogramm – Übersicht

An den zwei Kon­fe­renz­ta­gen fan­den sechs the­ma­ti­sche Panels mit jeweils vier Bei­trä­gen statt. Am Abend des 12. April hielt Prof. Dr. Ste­phen Gra­ham einen Vor­trag mit dem Titel  „Cities and the poli­tics of secu­rity“. Wei­tere Gele­gen­heit zu regen Dis­kus­sio­nen bot das „Urban Din­ner“ am Frei­tag Abend im Café Edel­weiß am Gör­lit­zer Park (Kreuzberg).

Frei­tag, 12.04.2013

11.00       Begrü­ßung und the­ma­ti­sche Einführung

12.00       par­al­lele Panels „Ver­hand­lung“ |  „Urban Thrill

15.00       par­al­lele Panels „Stig­ma­ti­sie­rung“ | „Sicht­bar­keit

18.00       Key-Note: Prof. Dr. Ste­phen Gra­ham (New­castle University )

20.00       Urban Dinnner

Sams­tag, 13.04.2013

10.00       Ein­füh­rung

10.15       par­al­lele Panels „Atmo­sphä­ren“ | „Evi­denz

13.30       Podi­ums­dis­kus­sion

15.00       Ende

Panel 1: „Wer verhandelt wie über Sicherheit“

In die städ­ti­sche Sicher­heits­ar­beit sind eine Viel­zahl von Akteu­ren invol­viert – das Spek­trum reicht von den nahe­lie­gen­den, wie Poli­zei und Ord­nungs­amt, bis zu auf den ers­ten Blick recht fer­nen, wie z.B. Schu­len oder Nach­bar­schafts­ver­ei­nen. Kon­sti­tu­ie­rend für die­ses erwei­terte Ver­ständ­nis von Sicher­heit, das auch den Bereich der öffent­li­chen Ord­nung mit ein­schließt, ist vor allem der Begriff der Prä­ven­tion. Die „sichere Stadt“ bedeu­tet damit vor­dring­lich die Ver­hin­de­rung des Ent­ste­hens von Unsi­cher­heit im öffent­li­chen Raum. Das Spek­trum des­sen, was alles als Unsi­cher­heit ver­ur­sa­chende Fak­to­ren bewer­tet wird, unter­liegt eben­falls ste­ti­gen Wandlungs- und Aus­deh­nungs­pro­zes­sen. Der schein­bare Kon­sens über Sinn­haf­tig­keit und auch Alter­na­tiv­lo­sig­keit des Stre­bens nach mehr und mehr Sicher­heit ver­än­dert suk­zes­sive die Stadt und die öffent­li­chen Räume.

Wer zählt unter den ver­än­der­ten Ver­hält­nis­sen der städ­ti­schen Sicher­heits­pro­duk­tion zu den Betei­lig­ten? Auf wel­chen Vor­aus­set­zun­gen und Annah­men beruht die Arbeit? Wie wer­den die Kom­mu­ni­ka­ti­ons­pro­zesse gestal­tet, Dis­kurse struk­tu­riert oder auch ver­mie­den? Mit Bei­trä­gen von… »

Panel 2: „Urban Thrill“

Die Städte unter­neh­men eine Viel­zahl von Maß­nah­men, um das Image der Unsi­cher­heit hin­ter sich zu las­sen, um mehr Sicher­heit zu bie­ten. Eine zen­trale Rolle spie­len dabei Anpas­sun­gen des Rau­mes – die Mit­tel der Wahl sind Über­wa­chung, Ord­nung und Sau­ber­keit, aber auch die Abschot­tung von Gebäu­den bis zu gan­zen Quar­tie­ren. Die Inter­pre­ta­tion oder die Zuschrei­bung von Räu­men als sicher bzw. unsi­cher fußt dabei auf imma­nent vor­han­de­nen Sicher­heits­bil­dern, deren Kon­struk­ti­ons­prin­zi­pien oder dahin­ter­lie­gende Moti­va­tio­nen kaum offen gelegt wer­den. Das auf den ers­ten Blick plau­si­ble Bedürf­nis nach mehr Sicher­heit wird durch ver­schie­denste Gemen­ge­la­gen von Inter­es­sen geför­dert und bestimmt das Bild der Stadt bedeu­tend mit.

Inwie­weit kann Unsi­cher­heit als kon­sti­tu­ie­ren­des Merk­mal der Stadt betrach­tet wer­den? Ist Sicher­heit mit Lebens­qua­li­tät kon­o­tiert? Wie wird die Stadt über Sicher­heits­bil­der inter­pre­tiert? Fin­den Ver­la­ge­run­gen der Akzep­tanz von Unsi­cher­heit in fik­tive Räume statt? Mit Bei­trä­gen von… »

Panel 3: „Stigmatisierung im Dienste der Sicherheit?“

Die For­de­rung nach mehr Sicher­heit impli­ziert die Ein­tei­lung der Stadt in ten­den­zi­ell sichere und eben unsi­chere Orte. Ebenso wird mit Nut­zun­gen oder gesell­schaft­li­chen Grup­pen ver­fah­ren, deren Anwe­sen­heit für Sicher­heit oder Unsi­cher­heit ver­ant­wort­lich gemacht wird. Diese Zuschrei­bun­gen kön­nen zu gene­rel­len Stig­ma­ti­sie­run­gen bzw. Eti­ket­tie­run­gen von Räu­men und Per­so­nen­grup­pen füh­ren. Die Beschrei­bung von sol­chen „unhalt­ba­ren“ Zustän­den löst jedoch in der Regel Maß­nah­men aus, um diese zu behe­ben – über eine Stig­ma­ti­sie­rung und dadurch erreichte Prio­ri­sie­rung könn­ten also not­wen­dige Res­sour­cen erschlos­sen werden.

Ist das „Schlecht-reden“ von Stadt­quar­tie­ren eine legi­time Fördermittelakquise-Strategie? Wel­che lang­fris­ti­gen Kon­se­quen­zen für die Images von Akteu­ren und Gebie­ten kön­nen dar­aus resul­tie­ren? Wie fügt sich das Thema in die „Ver­si­cher­heit­li­chung“ von Stadt­po­li­ti­ken ein? Mit Bei­trä­gen von… »

Panel 4: „Wie viel Sichtbarkeit braucht Sicherheit?“

Der Bedeu­tungs­ge­winn der städ­ti­schen Sicher­heit schlägt sich auch in For­de­run­gen nach der Aus­deh­nung von Sicher­heits­maß­nah­men nie­der. Dies betrifft in ers­ter Linie die Poli­zei, die zwar bei wei­tem nicht der ein­zige Sicher­heits­ak­teur ist, aber qua Insti­tu­tion – und für jeden sicht­bar – das Thema im öffent­li­chen Raum ver­tritt. Der Wan­del der Anfor­de­run­gen an die poli­zei­li­che Sicher­heits­ar­beit betrifft viele Ebe­nen und diese gehen kei­nes­falls syn­chron – so ste­hen insti­tu­tio­nelle Ver­än­de­run­gen neuen Ziel­sys­te­men gegen­über oder der Druck zu spa­ren in Kon­flikt mit wach­sen­den Koope­ra­ti­ons­auf­ga­ben. Die Iden­ti­fi­zier­bar­keit und Sicht­bar­keit der Poli­zei bedingt eine gewisse All­zu­stän­dig­keit für Sicher­heit und vor allem das Sicher­heits­ge­fühl; kaum ein Vor­fall im öffent­li­chen Raum wird nicht mit dem Hin­weis auf unzu­rei­chende Poli­zei­prä­senz ver­se­hen. Die For­de­rung nach mehr Sicher­heit stößt hier aber nicht nur an Gren­zen des Leist­ba­ren und des Zuläs­si­gen, es wer­den genauso Fra­gen der Raum­ge­rech­tig­keit berührt.

Wie sicht­bar sind ver­schie­dene Sicher­heits­ak­teure in The­men und Koope­ra­ti­ons­struk­tu­ren? Wie kön­nen For­de­run­gen nach immer mehr Sicher­heits­prä­senz bewer­tet wer­den? Wie beein­flus­sen Sicht­bar­keits­bar­rie­ren und Wahr­neh­mungs­ver­zer­run­gen die Auf­tei­lung des Raums? Mit Bei­trä­gen von… »

Panel 5: „Urbane Atmosphären“

Da die Idee der siche­ren Stadt nicht zuletzt auf der als sicher wahr­ge­nom­me­nen Stadt basiert, kommt der Erzeu­gung einer spe­zi­fi­schen Qua­li­tät der urba­nen Atmo­sphäre eine beson­dere Bedeu­tung zu. Diese ent­steht durch ver­schie­dene les-, fühl- und erfahr­bare Ein­drü­cke. Der öffent­li­che Raum wird auf­grund spe­zi­fi­scher Aus­stat­tungs­merk­male inter­pre­tiert und bewer­tet – das kön­nen visu­ell sicht­bare Zei­chen und Sym­bole sein oder aber auch andere sinn­lich erfahr­bare Eigen­schaf­ten. Die Frage, wer was wie emp­fin­det ist dabei nicht leicht zu beant­wor­ten, da der städ­ti­sche Kon­text und indi­vi­du­elle Erfah­run­gen die jewei­lige Inter­pre­ta­tion beein­flus­sen. Ebenso schwie­rig ist die Ablei­tung von all­ge­mei­nen Prin­zi­pien auf der Basis sol­cher per­so­na­ler Per­spek­ti­ven. Die wider­spens­tige Atmo­sphäre sicht­bar, mess­bar und objek­ti­vier­bar zu machen kann Anhalts­punkte zu einem erwei­ter­ten Ver­ständ­nis der räum­li­chen und sozia­len Umwelt geben.

Inwie­weit kön­nen die Stim­mungs­qua­li­tä­ten räum­li­cher Kon­stel­la­tio­nen – Atmo­sphä­ren – im Kon­text von Sicher­heit beschrie­ben wer­den? Beste­hen Mög­lich­kei­ten der Ver­än­de­rung oder Beein­flus­sung der Sicher­heits­wahr­neh­mung durch sen­so­ri­sche Dimen­sio­nen? Mit Bei­trä­gen von… »

Panel 6: „Sicherheitskultur und Evidenz“

Es scheint so, als seien der Objek­ti­vier­bar­keit in der Sicher­heits­ar­beit grund­sätz­lich Gren­zen gesetzt. Dies beginnt bereits bei der Aus­ge­stal­tung des Begriffs „Sicher­heit“: Wie und wie weit ist Sicher­heit zu ver­ste­hen? Auch klare Bewer­tungs­maß­stäbe nach denen Sicher­heit sowie Unsi­cher­heit ein­ge­schätzt wer­den kön­nen sowie belast­bare Daten­grund­la­gen feh­len vie­ler­orts. In der Rea­li­tät erweist es sich als sehr schwie­rig Unsi­cher­heit objek­tiv und aus­sag­kräf­tig zu erfas­sen. Wie es um die Sicher­heits­lage vor Ort bestellt ist bleibt also vager als es viel­mals den Anschein macht. Zudem fällt die Bewer­tung der glei­chen Daten zur Sicher­heits­lage je nach loka­ler Kul­tur und Emp­find­lich­keit unter­schied­lich aus. Dem­ent­spre­chend wer­den lokal auch unter­schied­li­che Maß­nah­men als Reak­tion auf eine ver­än­derte Sicher­heits­lage als ange­mes­sen betrach­tet. Diese Maß­nah­men fol­gen aller­dings viel­mals einem Impuls zum Ein­satz bestimm­ter popu­lä­rer Instru­mente oder schrei­ben bis­he­rige schein­bar „bewährte“ Hand­lungs­li­nien fort, ohne sich mit den tat­säch­li­chen Wir­kun­gen auseinanderzusetzen.

Wel­che Infor­ma­ti­ons­grund­la­gen benö­ti­gen Sicher­heits­be­wer­tun­gen und -hand­lun­gen? Wie kann in einem so kom­ple­xen Wir­kungs­ge­füge mit Dis­kre­pan­zen zwi­schen Sta­tis­tik und Wahr­neh­mung umge­gan­gen wer­den? Wie lokal kann Sicher­heits­kul­tur sein? Mit Bei­trä­gen von… »

Protected: Tagungsunterlagen zur Veranstaltung „Das Versprechen der Sicheren Stadt“

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